Aktuelles & Termine




Nix zu feiern? Ist das Tanzverbot noch zeitgemäß?

Podiumsdiskussion am 12.04.2014, ab 19 Uhr
Ort: d:gallery, Schönfelder Straße 41b

Karfreitag, Pfingsten, Christi Himmelfahrt: Gerade in Hessen gibt es sehr viele religiöse Feiertage, an denen öffentliches Tanzen, Sport- und andere öffentliche Veranstaltungen zum Teil sogar ganztägig als verboten gelten.

"Es seien christliche Andachtstage, die unter gesetzlichen Schutz gestellt gehören", bringen beispielsweise die Befürworter_innen des Tanzverbotes an. Gegener_innen fordern oft, dass solche Gesetze auf ihre Aktualität bezüglich eines gesellschaftlichen Konsens hin untersucht gehören.

Viele Argumente gibt es von beiden Seiten. Dabei sind dieses Diskussionen längst nicht Schwarz-Weiß in ihrer Argumentation: Es gibt Säkulare Humanist_innen, die sich für ein Tanzverbot aussprechen und natürlich Christ_innen, die es ablehnen.

Diese Podiumsdiskussion soll ihnen die Möglichkeit geben, verschiedene Positionen genauer kennen zu lernen, Fragen zu stellen und sich selbst ein Bild zu machen.

Unsere Gäste sind:

Dr. Bernd Hoppe (Rechtsanwalt und Bundesvorsitzender der Wählergruppe Demokratie erneuern)

Carsten Werner (stellv. Vorsitzender des HVD Hessen und im Vorstand des Gbs Kassel e.V.)

Dr. Jochen Gerlach (Leiter des Referates Wirtschaft, Arbeit und Soziales in der Evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck)

Christian Hachmann (Kreisvorsitzender Piraten Kassel)

Tom Berger (Physiker, Säkularer Humanist, linksliberales Mitglied Bündnis 90/Grüne)

Stefanie Koch (Moderatorin, Vorstand Gbs Kassel e.V.)


Wir freuen uns sehr über Ihr Kommen!

Getränke und Snacks sind gegen eine kleine Spende erhältlich.





Streitbarer Humanist in Darmstadt

Was Weltlicher Humanismus ist, wird der Philosoph Joachim Kahl am 6. Oktober 2013 in Darmstadt vorstellen. Sein gleichnamiges Buch beansprucht, eine „Philosophie für unsere Zeit“ zu entwerfen und richtet sich an konfessionsfreie Menschen, die nach einem zeitgemäßen, vernünftigen und werteorientierten Menschenbild Ausschau halten.

Joachim Kahl wurde 1968 schlagartig bekannt mit seinem Bestseller „Das Elend des Christentums oder Plädoyer für eine Humanität ohne Gott“. Die eingehende Beschäftigung mit der evangelischen Theologie und der Kirchengeschichte machte ihn zu einem kenntnisreichen und scharfzüngigen Kritiker des Christentums und der Kirche. Nach seiner Promotion in Theologie trat er aus der Kirche aus und schloss ein Zweitstudium in Philosophie ebenfalls mit einer Promotion ab.

2005 erschien sein zweites Hauptwerk „Weltlicher Humanismus – Eine Philosophie für unsere Zeit“. Ihn interessieren das Wesentliche im Leben, die Mitte und das Maß des Menschseins. Jeder Mensch hat für ihn die nicht übertragbare Aufgabe, den Sinn des je eigenen Lebens zu finden und zu verwirklichen. Dabei stützt er sich auf die skeptische Vernunft in der Tradition der Aufklärung. Wichtige Hinweise gibt er auch für eine areligiöse Spiritualität: Ernsthaftigkeit, Heiterkeit und Melancholie sind für ihn angemessene Antworten auf die elementaren Gegebenheiten des Daseins.

Joachim Kahl betont heute die Freiheit zur Religion, betont aber auch die Freiheit, sich gegen Religion entscheiden zu können, wie er es getan hat und mittlerweile etwa ein Viertel Bevölkerung. Das Buch „Weltlicher Humanismus“ von Joachim Kahl ist ein Orientierungsangebot für konfessionsfreie Menschen , die nach einem zeitgemäßen, vernünftigen und werteorientierten Welt- und Menschenbild Ausschau halten. Er skizziert auch eine humanistische Ethik als Grundlage für ein verantwortliches Handeln in den konkreten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Freireligiöse Gemeinde Darmstadt und der Humanistische Verband Deutschlands laden zu diesem spannenden Vortrag mit anschließender Diskussion ein. Die Teilnahme ist kostenlos.

Auf der Veranstaltung besteht die Möglichkeit sich für das Projekt "Who is HU - Gesichter im gegenwärtigen Humanismus" fotografieren zu lassen.

Termin: 6. Oktober 2013, 11 Uhr

Adresse: Herdweg 31, 64285 Darmstadt
Rückfragen: joachim.grebe@hvd-hessen.de oder www.facebook.com/events/519901904751926/
Presseanfragen: presse@hvd-hessen.de





Alfred Russel Wallace 2013

Vortragsreihe an der Universität Kassel, organisiert vom Lehrgebiet Evolutionsbiologie und des Gbs-Kassel e.V. - Im Förderkreis der Giordano Bruno Stiftung und dem HVD Hessen

Die geplanten Vorträge finden jeweils donnerstags um 19 Uhr im Hörsaal 282, Institut für Biologie, Heinrich-Plett-Straße 40, D-34132 Kassel, statt.


Sommersemester 2013:

16.05.2013: Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Universität Kassel
Alfred Russel Wallace (1823 – 1913): Der Mann im Schatten von Charles Darwin

13.06.2013: Priv.-Doz. Dr. Matthias Glaubrecht, Humboldt-Universität, Berlin
Am Ende des Archipels: Alfred Russel Wallace und die Entdeckung der natürlichen Selektion

27.06.2013: Prof. Dr. Alexander Kupfer, Universität Potsdam
Alfred Russel Wallace: Der Begründer der Zoogeographie

11.07.2013: Prof. Dr. Tom Kleffmann, Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Universität Kassel
Diskussions-Veranstaltung: Wozu braucht der Mensch Religion?
!! Fällt aus !!























"Isch geh Schulhof"

Lesung und Diskussion mit Philipp Möller in Melsungen

Neues von der Bildungsfront: Philipp Möller beleuchtet als junger Aushilfslehrer den Alltag an einer Berliner Grundschule und schildert anschaulich und schonungslos, mit welchen Problemen Lehrer und Schüler wie auch Eltern mit und ohne Migrationshintergrund zu kämpfen haben. Überforderung gibt es auf allen Seiten, es fehlt an pädagogischen Fachkräften, von den verfügbaren Unterrichtsmaterialien ganz zu schweigen. Anhand zahlreicher Dialoge demonstriert Philipp Möller lebendig und humorvoll, aber auch mit der gebotenen Ernsthaftigkeit, warum Deutschland in einer Bildungsmisere steckt.

Ob es sich um tägliche Prügeleien im Unterricht handelt, die eine Vermittlung des Unterrichtsstoffs fast unmöglich machen, oder aber um Beschimpfungen, die einen Lehrer fortwährend zu Dominanzmanöver nötigen, um die Autorität in der Klasse nicht zu verlieren - sein authentischer Bericht, gespickt mit realen Dialogen, zeigt auf tragisch-komische Weise auf, wie man Lehrer sein kann, ohne den Verstand zu verlieren. Dabei behält er immer die schwierige und oft verzweifelte Situation der Schüler im Auge, die – häufig aus Multiproblemfamilien stammend und emotional oft vernachlässigt und ohne familiären Rückhalt - gar nicht das psychische Rüstzeug mitbringen können, um die sozialen und kognitiven Anforderungen eines Schulalltags zu bewältigen.

Elegant verbindet der Autor dabei die psychische Gestimmtheit seiner Protagonisten mit Erkenntnissen aus der Hirnforschung und liefert auf diese Weise ganz ohne moralisch erhobenen Zeigefinger die entsprechenden Erklärungsweisen für das Verhalten der Beteiligten. Seine Forderung ist jedoch klar: "Wir müssen Bildung zur Chefsache machen, um die Bildungskatastrophe nicht zur Sozialkatastrophe werden zu lassen."

Philipp Möller (* 1980) ist in (West-)Berlin mit drei jüngeren Geschwistern aufgewachsen. Während seines Pädagogik-Studiums, das er 2008 abschloss, entwickelte er eine Faszination für das neue Bild des Menschen, das unter anderem die Hirnforschung, Soziobiologie und Evolutionspsychologie zeichnen. Nachdem er 2009 die säkulare Buskampagne als Pressesprecher begleitete, arbeitet er heute als freischaffender Autor und Pressereferent der Giordano- Bruno-Stiftung. Im Herbst 2012 kam sein erstes Buch "Isch geh Schulhof" auf den Markt, das kurz nach dem Erscheinen den ersten Platz in der Taschenbuch-Bestsellerliste eroberte.














Menschenaffen wie wir. Perspektiven der evolutionären Anthropologie

Wir unterscheiden gerne "Menschen" von "Tieren". Das Kriterium der Trennung bleibt gewöhnlich in Mode, bis Verhaltensforscher einen Affen entdecken, der genau das kann, was angeblich allein die Krone der Schöpfung auszeichnet - etwa, Zahlen zu addieren; sich im Spiegel zu erkennen; Laute zu Sätzen zu kombinieren; gezielt Heilpflanzen anzuwenden; nicht nur Werkzeug herzustellen, sondern es aufzubewahren und spezielles Gerät in logischer Folge nacheinander einzusetzen.
Neueste Erkenntnisse über unsere nächsten Verwandten belegen zudem, dass sie ebenfalls "kulturfähig" sind. Denn gleich menschlichen Ethnien befolgen beispielsweise auch Bevölkerungen von Schimpansen je nach Lebensraum besondere Sitten und Gebräuche hinsichtlich Technologie ebenso wie bei sozialen Gepflogenheiten oder quasi-religiösen Nahrungstabus. Volker Sommer illustriert die verblüffenden Leistungen von anderen Tieren als Menschen anhand eigener Forschungen an wilden Primaten. Dabei bemüht er sich, die Evolutionstheorie konsequent weiter zu denken - und wirbt dabei für die Weltanschauung eines evolutionären Humanismus.

Volker Sommer ist Professor für Evolutionäre Anthropologie am UCL (University College London). Freilandforschung führte ihn für viele Jahre zu Tempelaffen in Indien, Gibbons im Regenwald Thailands und zu Schimpansen im Bergland Nigerias. Sommer berät die UN als Menschenaffen-Experte und zählt zum wissenschaftlichen Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung . Einer breiteren Öffentlichkeit ist der engagierte Naturschützer durch Fernsehsendungen sowie seine provokanten Bücher zu evolutionsbiologischen Themen bekannt, zuletzt "Schimpansenland" und "Menschenaffen wie wir".






















gbs-Kassel e.V engagiert sich gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz

Kassel
Die kasseler Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung hat sich am vergangenen Samstag am bundesweiten Aktionstag “Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz (GerDiA)” beteiligt. Die Aktion wurde durch den Internationalen Bund der Konfessionslosen (IBKA) und die Giordano-Bruno-Stiftung ins Leben gerufen. Auslöser ist die arbeitsrechtliche Situation in den sozialen Einrichtungen mit kirchlicher Trägerschaft, welche mit bis 90 % aus staatlichen Mitteln finanziert werden. Diese besagen zum einen, dass die Mitarbeiter von kirchlichen Einrichtungen der jeweiligen Konfession ihres Arbeitgebers angehören müssen. Und zum anderen, dass die Mitarbeiter ihr Privatleben nach den kirchlichen Moralvorstellungen ausrichten müssen.
Im Klartext heißt das, eine konfessionslose Ärztin wird in einem evangelischen Krankenhaus genausowenig eingestellt werden wie ein homosexueller Altenpfleger in einem katholischen Altenheim - unabhängig von der individuellen Qualifikation der beiden Menschen. “Diese Art und Weise der Diskriminierung von Fachkräften ist gerade für den ländlichen Raum besonders schädlich”, so Stefanie Koch, Kassiererin der gbs-Kassel e.V. “Die Region Nordhessen kann es sich nicht erlauben, gut qualifizierte Fachkräfte durch verstaubte religiöse Ansichten zu verlieren und sollte froh sein, über jeden Altenpfleger und jede Ärztin, die sich hier niederlassen möchte.”
Im Rahmen des GerDiA Aktionstages hat die gbs-Kassel e.V die Gelegenheit genutzt, um mit der Kasseler Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. “Wir haben Flyer verteilt und Informationen angeboten”, so Julia Schwiede, Mitglied der gbs-Kassel. “Dabei zeigte sich, wie wichtig es ist, noch mehr über diese Thematik aufzuklären.” Weitere Informationen zum Thema religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz gibt es auf den Internetseiten www.gerdia.de.








Die Veranstaltung "Schöpfung contra Evolution?" war mit ca. 300 Gästen ein gelungener Auftakt für uns in der Öffentlichkeit.
Die Aufzeichnung der kompletten Veranstaltung steht in Kürze zur Verfügung, hier schon mal ein kleiner Einblick:












Kassel, 27.08.1512

Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung Kassel bemängelt mangelndes Demokratieverständnis der christlichen Kirchen

Kassel - Eigentlich handelt es sich um nichts Ungewöhnliches: eine Galerie für komische Kunst, namentlich die Caricatura in der Documenta Stadt Kassel, eröffnet eine Ausstellung mit mehreren Karikaturen zu unterschiedlichen Themen. Eines dieser Themen lautet Religion.
Es werden Karikaturen über den islamischen Propheten Mohammed und den angeblichen Sohn Gottes, Jesus, gezeigt. Stein des Anstoßes war bzw. ist eine Karikatur, die an der Fassade des Kulturbahnhofs aufgehängt wurde und angeblich Jesus im Gespräch mit seinem Vater darstellt. Der Vater wird nur mit einer Sprechblase angedeutet, welche den Satz „Ey... du... ich hab deine Mutter gefickt“ enthält.
Kurz nach der Eröffnung der Ausstellung folgten erste, öffentliche Aufschreie. Inzwischen wurde sogar Strafanzeige, nach § 166 Strafgesetzbuch, wegen Blasphemie bzw. Gotteslästerung gestellt.

Irgendwie kommt einem diese Situation bekannt vor. Es geht um Karikaturen mit religiösem Inhalt und es geht um Institutionen, die sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen.
Der einzige Unterschied: Dieses Mal wird der öffentliche Protest durch die christlichen Konfessionen getragen - mit der Folge, dass der Künstler die Karikatur inzwischen entfernen ließ.
Welche Folgen dieses einfache Entfernen für unsere Gesellschaft hat, zeigt sich erst auf den zweiten Blick.
Für die Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung Kassel zeigt das Verhalten der christlichen Kirchen, welche Doppelmoral und Heuchelei bis heute hinter diesen Institutionen steckt.

“Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein zentraler Bestandteil dieser Gesellschaft, dies zu beschneiden ist ein Frevel an den zentralen Werten von Humanismus und Aufklärung”, so Henning Langguth, Mitglied im Vorstand des gbs Kassel, es gehe in dieser Debatte nicht darum ob man diese Karikatur als schön oder hässlich, als witzig, vulgär oder humorlos bezeichnen kann. Vielmehr gehe es um die Frage ob religiöse Institutionen die moralische Hoheit für den öffentlichen Raum beanspruchen dürfen – wir als gbs Kassel e.V. antworten darauf mit einem klaren: Nein!”

In unserer Gesellschaft sind derzeit diverse Konfessionen und ihre Vertreter anzutreffen, sie alle haben ihre religiösen Grundsätze und diverse, teils als heilig geltende, ungeschriebene Gesetze. Das Recht, seine Religion frei auszuüben ist in dieser Gesellschaft fest verankert. Dies bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass gläubige Menschen oder religiöse Institutionen ein Recht auf einen öffentlichen Raum ohne Religionskritik haben.
Staatliche und nicht-staatliche Institutionen müssen es sich in einer Demokratie gefallen lassen, dass ihre Vertreter und ihr Wirken kritisiert werden können. Der gbs-Kassel e.V. bedauert zutiefst, dass dieses Recht, wenn es um die Kritik an der Religion geht, eingeschränkt ist und sogar unter Androhung von Gefängnisstrafen durchgesetzt wird. “Dass die Religion nach 300 Jahren Aufklärung immer noch glaubt, das Recht auf die Festlegung von moralischen Grundsätzen zu haben ist ein Sakrileg an den Werten der kulturellen Moderne” so Stefanie Koch, Mitglied im Vorstand des gbs Kassel e.V. “Ferner sind wir der Auffassung, dass es keine Tabus geben sollte, wenn es um die kritische Auseinandersetzung mit Religionen und ihren Inhalten geht.”
Der Verein gbs Kassel e.V. ist ein gemeinnütziger Verein im Förderkreis der Giordano Bruno Stiftung, welcher in Kassel und der Region eine thematische Auseinandersetzung zu Themen wie Aufklärung und Religion sucht.












„Mein Körper gehört mir!“

Kinderrechtskampagne gegen Zwangsbeschneidung gestartet
(22.08.2012)


"Zwangsbeschneidung ist Unrecht – auch bei Jungen." Mit dieser entschiedenen Aussage ist heute, ein Tag vor der öffentlichen Sitzung des Deutschen Ethikrats, die Kinderrechtskampagne der Giordano-Bruno-Stiftung gestartet. "Ziel der Kampagne ist es, die geplante Legalisierung medizinisch unnötiger Vorhautbeschneidungen zu verhindern", erklärt Stiftungssprecher Michael Schmidt-Salomon. "Denn die Zwangsbeschneidung ist keine Bagatelle, wie so oft behauptet wird, sondern ein durch nichts zu rechtfertigender Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht und die körperliche Unversehrtheit des Kindes."

Auf der heute freigeschalteten Website www.pro-kinderrechte.de führt der von der Stiftung ins Leben gerufene "Arbeitskreis Kinderrechte", dem u.a. der Strafrechtler Holm Putzke angehört, zahlreiche medizinische, psychologische, politische und juristische Argumente auf, die diese Einschätzung belegen. Tragischerweise, so die Experten des "AK Kinderrechte", sei das Wissen über die tatsächlichen Folgen der Vorhautbeschneidung, die sehr wohl mit "milderen" Formen der weiblichen Genitalbeschneidung vergleichbar sei, in der Gesellschaft kaum vorhanden. So wüssten viele Eltern nicht, dass Säuglinge während der Beschneidung besonders schwere Schmerzen erleiden, weil das schmerzunterdrückende System erst Monate nach der Geburt funktionstüchtig sei. Fallen die Kinder aufgrund der ungefilterten Qualen in einen traumatischen Schockzustand, würden die Eltern die plötzliche Ruhe sogar als Zeichen für die vermeintliche Harmlosigkeit der Beschneidung fehlinterpretieren.

Fragen und Antworten zur Knabenbeschneidung:
http://pro-kinderrechte.de/wp-content/uploads/2012/08/faq_beschneidung.pdf









Veranstaltungsbericht
„Schöpfer“ aus der Wissenschaft heraushalten



Prof. U. Kutschera, Moderator W. Gärtner, Prof. T. Kleffmann / Foto: Reza

KASSEL. (hpd) Evolution bleibt ein spannendes Thema. Dass im Rahmen der Erforschung und der Vermittlung des Verständnisses der Evolution der Streit um die Rolle von „Schöpfern“ aber noch nicht vom Tisch ist, zeigte am vergangenen Donnerstag eine Diskussionsveranstaltung an der Universität Kassel.

Unter dem Veranstaltungstitel „Schöpfung contra Evolution?“ diskutierten Tom („Die Faust Gottes“) Kleffmann, Professor für Systematische Theologie in Kassel, und Professor Ulrich („The Evoluzzer“) Kutschera, Inhaber des Lehrstuhls für Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie an der Universität Kassel, vor knapp 300 Gästen im fast bis auf den letzten Platz besetzten Hörsaal. „So voll hab’ ich den Saal noch nie gesehen“, stellten zum Beginn mehrere Besucher fest.

Organisiert worden war die zweistündige Diskussion vom gbs Kassel e.V., dem HVD Landesverband Hessen und dem Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie im Rahmen eines Seminars zur Evolutionsbiologie.

Nach der Begrüßung durch einen Mitarbeiter am Lehrstuhl Kutscheras wurden die beiden beteiligten Organisationen durch die jeweiligen Vorsitzenden Carsten Werner (HVD Hessen) und Maria Grüning, Vorsitzende des gbs Kassel e.V., kurz dem sehr gemischten Publikum vorgestellt.

Zum Einstieg stellten dann die beiden Redner und Hauptdiskutanten ihre Thesen in kurzen Vorträgen dem Publikum vor. Der Theologe Kleffmann vertrat unter anderem die Position, dass eine Sicht der der Welt als Schöpfung und ein evolutionäres Verständnis der Wirklichkeit nicht im Widerspruch stehen, meinte aber auch, dass Naturwissenschaft und Theologie im Grunde nicht direkt miteinander kommunizieren können und die Philosophie als „Mittlerin“ benötigen.

Nachdem Kleffmann über die „Naturwissenschaft als Herausforderung des christlichen Schöpfungsbegriffs“ gesprochen hatte und der Evolutionsbiologe Kutschera über „Evolution ohne Schöpfung“ referierte, war die Spannung des Publikums auf die im Anschluss stattfindende kurze, aber prägnante Diskussion über die Aussagen und Standpunkten groß.

Dabei ergab sich eine gewisse Übereinkunft der beiden Redner beim Blick auf die jüngeren Lehren von Kreationisten und Anhängern des „Intelligent-Design“, die als unsinnig abzulehnen seien. Bei der Feststellung, dass die dabei verbreiteten Meinungen und Ansichten seit vielen Jahren überholt sind, gab es Einigkeit. Mehr Diskussionen ergaben sich allerdings über die Rolle eines Schöpfergottes, vor allem in Bezug zu den Naturwissenschaften und der heutigen, moderneren Weltbilder.

Kleffmann vertrat dabei die Auffassung, dass die Wissenschaft zwar mittlerweile im Allgemeinen näherungsweise sehr gut das „Wie“ der Naturgesetze und der Welt beschreibe, aber dass die Frage nach dem „Warum“ und „Woher“ trotzdem weiter durch die Theologie und Philosophie gestellt werden und zwangsläufig auf einen wie auch immer gearteten „Schöpfer“ hinauslaufen müssten.

Kutschera vertrat hingegen den Standpunkt, dass dieser „Schöpfer“, egal nach welcher Definition, aus sämtlichen Bereichen der Naturwissenschaften herauszuhalten sei.

Im Anschluss an diese Diskussion eröffnete der Moderator Wilfried Gärtner vom gbs Kassel e.V. dem Publikum die Möglichkeit, eigene Fragen an die Referenten zu stellen, was rege genutzt wurde und zu einigen interessanten und konstruktiven Beiträgen von allen Seiten führte

Das Stimmungsbild, welches zum Abschluss der Diskussionen von Maria Grüning über ein Interesse des Publikums an der Wiederholung einer solchen Veranstaltung erhoben wurde, fiel sehr positiv aus. „Dieses Feedback zeigt“, so Grüning schließlich, „dass solche Diskussionen über den universitären und disziplinären Tellerrand hinaus gewollt sind und eine öffentliche Plattform benötigen.“

Damit diese Veranstaltung auch Menschen zugänglich gemacht werden kann, die nicht anwesend sein konnten, wurde sie filmisch dokumentiert. Zu sehen sein wird diese Diskussion im Internet auf den Seiten des Arbeitskreises Evolutionsbiologie des Vbio und des gbs Kassel e.V.

Henning Langguth








Vortragsveranstaltung Schöpfung contra Evolution?


Do., 05.Juli 2012, 19 Uhr, HS 282, Universität Kassel, Heinrich-Plett-Straße 40, LG Evolutionsbiologie, organisiert vom Gbs Kassel e.V. und dem HVD Hessen.


Die Ursprungsfrage wird unter der Rubrik "Schöpfung oder Evolution?" seit langem kontrovers diskutiert und hat seit dem Hauptwerk von Charles Darwin, Über den Ursprung der Arten (1859), bis heute nicht an Brisanz verloren.

In dieser öffentlichen Diskussionsveranstaltung vertritt der Theologe Prof. Tom Kleffmann die folgenden Ansichten.

1. Der christliche Gedanke der Welt als Äußerung Gottes interpretiert diese so, wie sie den Sinnen und dem Verstand vorliegt. Er ist keine Erklärung innerweltlicher Zusammenhänge, sondern versucht eine Antwort auf den Sinn des Ganzen zu geben.
2. Den biblischen Wortlaut als Welterklärung zu verstehen und von daher naturwissenschaftliche Erkenntnisse abzulehnen ist genauso unsinnig wie die
Gegenthese, aus angeblich naturwissenschaftlichen Gründen die Möglichkeit zu beschreiben, die Welt als Äußerung Gottes oder des Absoluten zu verstehen. In der evangelischen Theologie in Deutschland ist diese Fragestellung seit 150 Jahren geklärt, d. h., Kreationismus und Intelligentes Design, aus den USA importiert, sind kein Diskussionsthema mehr.
3. Naturwissenschaft und Theologie können und brauchen im Grunde nicht direkt miteinander diskutieren. Sie benötigen die Philosophie als Mittlerin.
4. Die Sicht der Welt als Schöpfung und ein evolutionäres Verständnis der Wirklichkeit stehen nicht im Widerspruch. Allerdings erfordert die Naturwissenschaft eine neue Differenzierung des theologischen Verständnisses der Welt als Äußerung Gottes. Das betrifft z. B. die biologisch-evolutionäre Notwendigkeit von Konkurrenz, Leid und Tod, sofern dies den Gedanken der Güte der Schöpfung zu widersprechen scheint.


Der Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera wird die folgenden Gegenthesen vertreten.
1. Naturforscher ergründen reale Phänomene der Außenwelt, z. B. den dokumentierten Artenwandel (Evolution) mit ihren Sinnen und dem Verstand, ohne Rückgriffe auf imaginäre Götter, Geister und Designer. Die Sinnfrage lässt sich auch evolutionsbiologisch beantworten.
2. Naturwissenschaftliche Fakten, z. B. die Evolution der Organismen, stehen im Widerspruch zur christlichen Gott-Hypothese, die von Theologen zur Beantwortung der Frage nach dem Sinn herangezogen wird.
3. Biologie und Theologie sind Gegensätze wie Feuer und Wasser, da hilft auch keine Philosophie. Biologen argumentieren auf der Basis von Tatsachen und Theorien, Theologen liefern Sinn-Erklärungen auf Grundlage ihrer nicht belegbaren Gott-Hypothese.
4. Christlicher Schöpfungsglaube und eine evolutionsbiologische Erklärung der Biodiversität widersprechen sich, denn Glauben heißt nicht Wissen.


Nach Darlegung dieser Thesen bzw. Gegen-Ansichten durch T. Kleffmann und U. Kutschera (jeweils ca. 15 bis 20 Min.) folgt eine öffentliche Diskussion zu diesen strittigen Fragen.








Der erste Informationsstand am 28. April 2012 auf dem Opernplatz in Kassel wollte auf wissenschaftliche Erkenntnisse aufmerksam machen, welche sich den Ideen der Aufklärung, des Humanismus, des Naturalismus und des Säkularismus widmen, die Gelegenheit bieten mit Interessierten über die Arbeit des Vereins und über Positionen der Giordano Bruno Stiftung zu sprechen und außerdem Informationsmaterial zur Verfügung zu stellen.









Hexenverbrennungen, Kreuzigungen, Inquisitionen – oder einfach nur Glücklich sein

Kassel/Bad Hersfeld. Heute vor 412 Jahren fiel Giordano Bruno, der sich mit der Vorstellung eines unendlichen Universums gegen das kirchenamtlich vorgegebene Weltbild und zudem dem gegen eine Sonderstellung des Menschen wendete, nach sieben Jahren im Kerker der Inquisition zum Opfer. Diese und andere Kapitel der „Kriminalgeschichte des Christentums“, wie Karl-Heinz Deschner es so passend formulierte, regten die Soziologin Stefanie Koch aus Bebra dazu an, sich inhaltlich mit dem weltweiten Wirken der christlichen Religionsgemeinschaft auseinanderzusetzen. „Eine Religionsgemeinschaft, deren moralische Doktrin den Menschen mehr einzwängt, statt als Hilfestellung im Alttag zu dienen, entspricht nicht meinen Vorstellungen einer zeitgemäßen Weltanschauung“, resümiert Stefanie Koch und zieht Konsequenzen. Im Amtsgericht in Bad Hersfeld wählte sie den Weg der offiziellen Konfessionslosigkeit: den Kirchaustritt. Gedanklich schon längst weit von der kirchlichen Tradition entfernt, kritisiert sie u. a. die gesellschaftliche Wirkung der Kirche, denn „die öffentlichkeitswirksamen, menschenfeindlichen Aussagen der Kirche, beispielsweise zu den Themen Homosexualität und zu den Selbstbestimmungsrechten der Frau sind für mich nur Kennzeichen kirchlicher Lobbyarbeit und verhindern die notwendige Entwicklung einer modernen Gesellschaft.“

Die Empörung über die Aufmerksamkeit und Sonderbehandlung der beiden Großkirchen in Deutschland durch den Staat, trotz der rapide sinkender Mitgliederzahlen, führten für Stefanie Koch nicht nur zu einem Aus-, sondern auch zu einem Eintritt: In den Verein der Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung - Gbs Kassel e. V.

Sich aktiv für die Entflechtung von Kirche und Staat, insbesondere auf kommunaler Ebene, zu engagieren und ein Sprachrohr für die über 38 Prozent Konfessionslosen in Deutschland zu sein, ist nur eines der vielfältigen Ziele des Vereins. Frei nach dem Motto 'Aufklärung statt Gott-Moral, Wissen statt 'Es war einmal' und GBS statt Kirchensaal' setzt sich die Regionalgruppe für ein selbstbestimmtes Leben im Diesseits ein.

Alle Rationalisten, Naturalisten, Freidenker und Skeptiker in Nordhessen, die sich ebenfalls für eine Entflechtung von Staat und Religion und für ein wissenschaftliches Weltbild einsetzen wollen, sind herzlich zum GBS-Stammtisch jeden 1. und 3. Dienstag im Monat, 19:30 Uhr im Cafè Allegro in Kassel, eingeladen.


Maria Grüning (Vorsitzende des Gbs Kassel e. V. - Im Förderkreis der Giordano-Bruno-Stiftung)