Der erste Informationsstand am 28. April 2012 auf dem Opernplatz in Kassel wollte auf wissenschaftliche Erkenntnisse aufmerksam machen, welche sich den Ideen der Aufklärung, des Humanismus, des Naturalismus und des Säkularismus widmen, die Gelegenheit bieten mit Interessierten über die Arbeit des Vereins und über Positionen der Giordano Bruno Stiftung zu sprechen und außerdem Informationsmaterial zur Verfügung zu stellen.
Hexenverbrennungen, Kreuzigungen, Inquisitionen – oder einfach nur Glücklich sein
Kassel/Bad Hersfeld. Heute vor 412 Jahren fiel Giordano Bruno, der sich mit der Vorstellung eines unendlichen Universums gegen das kirchenamtlich vorgegebene Weltbild und zudem dem gegen eine Sonderstellung des Menschen wendete, nach sieben Jahren im Kerker der Inquisition zum Opfer. Diese und andere Kapitel der „Kriminalgeschichte des Christentums“, wie Karl-Heinz Deschner es so passend formulierte, regten die Soziologin Stefanie Koch aus Bebra dazu an, sich inhaltlich mit dem weltweiten Wirken der christlichen Religionsgemeinschaft auseinanderzusetzen. „Eine Religionsgemeinschaft, deren moralische Doktrin den Menschen mehr einzwängt, statt als Hilfestellung im Alttag zu dienen, entspricht nicht meinen Vorstellungen einer zeitgemäßen Weltanschauung“, resümiert Stefanie Koch und zieht Konsequenzen. Im Amtsgericht in Bad Hersfeld wählte sie den Weg der offiziellen Konfessionslosigkeit: den Kirchaustritt. Gedanklich schon längst weit von der kirchlichen Tradition entfernt, kritisiert sie u. a. die gesellschaftliche Wirkung der Kirche, denn „die öffentlichkeitswirksamen, menschenfeindlichen Aussagen der Kirche, beispielsweise zu den Themen Homosexualität und zu den Selbstbestimmungsrechten der Frau sind für mich nur Kennzeichen kirchlicher Lobbyarbeit und verhindern die notwendige Entwicklung einer modernen Gesellschaft.“
Die Empörung über die Aufmerksamkeit und Sonderbehandlung der beiden Großkirchen in Deutschland durch den Staat, trotz der rapide sinkender Mitgliederzahlen, führten für Stefanie Koch nicht nur zu einem Aus-, sondern auch zu einem Eintritt: In den Verein der Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung - Gbs Kassel e. V.
Sich aktiv für die Entflechtung von Kirche und Staat, insbesondere auf kommunaler Ebene, zu engagieren und ein Sprachrohr für die über 38 Prozent Konfessionslosen in Deutschland zu sein, ist nur eines der vielfältigen Ziele des Vereins. Frei nach dem Motto 'Aufklärung statt Gott-Moral, Wissen statt 'Es war einmal' und GBS statt Kirchensaal' setzt sich die Regionalgruppe für ein selbstbestimmtes Leben im Diesseits ein.
Alle Rationalisten, Naturalisten, Freidenker und Skeptiker in Nordhessen, die sich ebenfalls für eine Entflechtung von Staat und Religion und für ein wissenschaftliches Weltbild einsetzen wollen, sind herzlich zum GBS-Stammtisch jeden 1. und 3. Dienstag im Monat, 19:30 Uhr im Cafè Allegro in Kassel, eingeladen.
Maria Grüning (Vorsitzende des Gbs Kassel e. V. - Im Förderkreis der Giordano-Bruno-Stiftung)